Im ereignisreichen und freundschaftlichen Austausch mit Polen – No to siemanko – Dann bis bald!

No to siemanko – ist polnisch und bedeutet : Dann bis bald! Bis bald, denn am Samstag haben wir unsere polnischen Gäste vom St. Ursulinen Gymnasium im wilden Schneetreiben verabschiedet.

Von Dienstag bis Samstag fand die erste Hälfte des diesjährigen deutsch-polnischen Austausches statt, der an der Hellweg-Schule bereits Traditionscharakter hat. In diesem Jahr besuchten uns 10 Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 8 gemeinsam mit ihren beiden Lehrerinnen. Im Vorfeld haben wir uns in der Arbeitsgemeinschaft mit allen Teilnehmenden von deutscher Seite ein Programm überlegt und geplant, das unseren Gästen einen möglichst breiten und bunten Einblick sowohl in unser Schul- als auch Alltagsleben bieten sollte.

Dienstag (wtorek) :
Nachdem wir unsere Gäste nach der langen Anreise mit dem Zug am Bahnhof Wattenscheid empfangen hatten, kehrten wir in der Schule ein. Hier wurden alle mit etwas Kuchen, Gebäck und Getränken versorgt, sodass sie im Anschluss gestärkt an der Schulrundführung teilnehmen konnten. Danach haben die polnischen Schülerinnen und Schüler auch den Rest ihrer Gastfamilien kennenlernen dürfen.

Mittwoch (sroda):
Pünktlich zur ersten Stunde haben wir uns alle gemeinsam in der Schule getroffen. Das sollte auch an einem Austausch-Dienstag nicht anders sein als sonst! Ein kurzes Gespräch innerhalb der beiden Gruppen zeigte, dass der erste gemeinsame Abend problemlos verlief und alle ein erfreuliches Kennenlernen in den Familien verlebt hatten. Der Weg für die nächste Herausforderung war also frei: Namen lernen. Natürlich wollten wir unsere Gäste besser kennenlernen. Dazu gehörte es unter anderem auch, dass wir die Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten. Einige selbst vorbereitete Kennenlern- und Integrationsspiele sollten dabei helfen. Schnell war noch vorhandenes Eis gebrochen.
In den nächsten beiden Stunden stand Unterricht auf dem Programm. Im Kunstunterricht haben einige Gastschüler akribisch an ihren Selbstporträts gearbeitet.
Pünktlich zur Mittagszeit haben wir uns alle wieder getroffen, um nun gemeinsam für das leibliche Wohl zu sorgen. Und was bietet sich bei einem deutsch-polnischen Austausch besser an als Pizza zum Mittagessen? Genau, nichts! Aus diesem Grund haben wir in gemischten Gruppen Pizza in der schuleigenen Küche gebacken. Hierbei fiel auf: beim Thema Pizza liegen die Geschmäcker ganz nah beieinander! Vollends gestärkt machten sich die Schülerinnen und Schüler im Anschluss auf den Weg, um Wattenscheid bei einer Stadtrallye zu erkunden. Auch die dort heimischen Kinder haben noch einiges dazu lernen können. Trotz der Ortskundigkeit konnte nicht verhindert werden, dass sich eine Gruppe verirrte. Nach etwa zwei Stunden kamen aber alle wohlbehalten zur Schule zurück und die Freizeit mit den Familien konnte beginnen.

Donnerstag (czwartek):
Den Tag läuteten wir erneut mit einer kleinen Spielerunde ein. Nicht etwa um die Namen zu lernen, sondern um zu sehen, ob wir die Namen noch konnten. Schnell war klar: die Namen sitzen. Also war noch Zeit für ein paar andere Spiele. Viel Freude bereitete vor allem das Spiel Elefant, Kängeruh und Toaster, bei dem Teamwork und schnelles Reagieren gefragt waren. Auch Mafia, das viele bestimmt unter dem Namen Werwölfe kennen, wurde gespielt. Hierbei wurde sehr schön deutlich, dass die Kommunikation trotz der unterschiedlichen Sprachen super funktionierte, denn das Spiel ist relativ komplex, aber sowohl die Beschreibung als auch die Durchführung funktionierten top.
Bei zwei von Schülerinnen und Schülern vorbereiteteten Präsentationen sowohl über das Ruhrgebiet sowie die Stadt Posen, denen wir dann lauschen konnten, lernten wir mehr über die Geschichte, Bevölkerung und auch über kulturelle Highlights der Austauschorte.
Das anschließend stattfindende interkulturelle Kunstprojekt ermöglichte den Teilnehmenden noch mehr über die bestehenden Gemeinsamkeiten herauszufinden und diese kreativ darzustellen und festzuhalten. Die hierbei entstandenen Werke können im Rahmen der Europawoche im Mai genauer bestaunt werden.
Nachdem wir auch an diesem Tag gemeinsam kochten (diesmal gab es Pasta), verbrachten wir den Nachmittag gemeinsam beim Schwarzlicht 3D Minigolf in Bochum, wo einige ihr Präzisionsgeschick unter Beweis stellen konnten, während andere ihres noch optimierten.

Freitag (piatek):
Der Freitag ist erfahrungsgemäß der Highlighttag des Austausches in Deutschland, denn diesen verbringen wir zumeist in Köln. Gerade für unsere polnischen Gäste von der katholischen Schule ist die Domstadt ganz besonders reizvoll. Aber dazu später mehr. Am Kölner Hauptbahnhof angekommen machten wir uns auf den Weg zum Rhein. Von hier war es nur noch ein Katzensprung zu unserem ersten Stopp: dem Schokoladenmusem. Mit Fragen über die Ausstellung und Schreibmaterial bewaffnet erkundeten alle in Kleingruppen das Museum und lernten mehr über die Herkunft der Kakaofrucht, seine Anbaubedingungen und die Geschichte rund um die süße Verlockung. Ganz besonders einprägsam wird aber sicherlich der Schokobrunnen bleiben, an dem man eine Kostprobe nehmen kann. Ein nächster Spaziergang brachte uns nun zum Wahrzeichen der Stadt: den Kölner Dom. Der Regen schien kurzzeitig vergessen, als unsere Gäste einen ersten Blick auf den Dom erlangten. Neben Selfies und Schnappschüssen war auch noch Zeit für ein gemeinsames Gruppenbild. Im Dom lernten wir bei einem kurzen Vortrag von einem Teilnehmer unter anderem mehr über die Geschichte, die Größe und die anfallenden Instandhaltungskosten von 33.000 Euro – täglich! Für ganz Mutige ging es anschließend noch auf die circa 157m hohe Aussichtsplattform. Danach blieb noch genug Zeit, um die Stadt (und vor allem die Geschäfte der Innenstadt) auf eigene Faust zu erkunden. Gegen 16 Uhr ging ein gelungener Tag in Köln zu Ende und wir machten uns auf den Rückweg nach Wattenscheid.

Samstag (sobota):
Schon in der Früh ging es für unsere Gäste zurück in die Heimat. Im kalten Schneegestöber hieß es sich um 8.30 Uhr am Wattenscheider Bahnhof zu treffen, um unsere Gäste zu verabschieden, denen ein langer Tag im Zug bevorstand. Vorfreudig auf das Wiedersehen im Herbst, wenn wir nach Posen reisen werden, ging eine schöne, gemeinsame Woche zu Ende. In dem Sinne: No to siemanko!

Verfasst von David Lendzian